St. Johannes Baptist (Heimpersdorf)

Kirche St. Johannes Baptist (Heimpersdorf)

Johannes dem Täufer wurde die Kirche in Heimpersdorf geweiht. Bereits aus dem 11. Jahrhundert stammt der Kirchturm und ein Teil des Langhauses. Das übrige Langhaus, ein Backsteinbau, wurde im 14. Jahrhundert errichtet. Im 17. Jahrhundert wurde das Kirchenschiff erneuert und erhöht. Aus dieser Zeit stammt auch die Sakristei. Der Turm diente auch als Wehrturm. Dies verraten uns die Wehrschlüsselscharten im 2. Geschoß.

 

Von 1977 bis 1980 wurde die Kirche restauriert. Dabei stieß man bei Ausgrabungen auf sensationelle Funde. Eine Tonvase mit 1.097 Münzen, sie wurden in die Zeit um 1170 bis 1450 datiert, eine Bleivase mit Reliquien in golddurchwirkten, byzantinischen Stoffen eingewickelt. Diese Stoffe wurden von Teilnehmern der Kreuzzüge aus der Gegend von Konstantinopel mitgebracht und sind aus der Zeit des 2. bis 3. Jahrhundert nach Christus. Nach dem Münzfund kamen Archäologen um Ausgrabungen im Bereich der Kirche vorzunehmen. Dabei stellte man fest, dass vorher bereits zwei Holzkirchen an dieser Stelle standen, die abgebrannt sind. Brandschichten und Holzpfostenlöcher zeugen davon. Auch wurden unzählige Keramikteile von Töpfen aus dem 7. Jahrhundert n. Chr. und das Bruchstück einer Glocke entdeckt. Zahlreiche Priestergräber fand man im Altarraum. Haimparstorff (Schreibweise um 1580) hatte bis zum 17. Jahrhundert immer einen eigenen Pfarrer.

 

Im Zuge der Renovierungsarbeiten erfolgte eine „Verpflanzung“ eines Deckenfreskos aus dem Jahre 1761 aus der Kirche von Haldenwang bei Burgau nach Heimpersdorf. Das Fresko zeigt die Huldigung der Völkerstämme Amerikas, Afrikas, Asiens und Europas an die Gottesmutter.

 

Am Hochaltar sehen wir Johannes den Täufer bei der Taufe Jesus im Jordan. Der rechte Seitenaltar ist dem hl. Sebastian geweiht. Ein Bauer stiftete ihn zum Dank für seine Rettung im Dreißigjährigen Krieg. Er wurde von den Schweden an einen Pferdeschweif gebunden und nach Heimpersdorf geschleift. Der zweite Seitenaltar zeigt ein Ölbild der „Immakulata“ (Muttergottes). Die Orgel von 1709 ist eine der ältesten Orgeln des Bistums Augsburg. An der Südseite des Kirchenschiffes befindet sich ein Totenkarner (Beinhaus) aus dem Jahre 1309. An dieser Stelle steht auch ein Weihwasserstein mit der Besonderheit eines Römerkreises an der unteren Seite.

 

Eine neue Glocke wurde 1985 geweiht. Sie trägt die Inschrift: „Wenn uns in schweren Zeiten, des Bösen Macht bedroht, dann helft uns mutig streiten, erwirkt uns Kraft von Gott“.

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