St. Margareta (Unterbaar)

Kirche St. Margareta in Unterbaar

Ursprünglich stand die Kirche von Unterbaar in der Nähe der Benefiziatenwohnung, hinter dem Hari-Haus, dort wo sich jetzt das „Hofschuster“-Anwesen befindet. Dorthin war es aber für den Schlossherren ein weiter Weg in die Kirche, zumal damals die Wege sehr schmutzig waren und über den “Mühlbach“ (Kleine Paar) noch keine Brücke führte.

 

Doch der damalige Schlossbesitzer Franz Marquard Schenk von Castell wusste sich zu helfen. Er schrieb 1721 an das Ordinariat Augsburg, dass die Kirche in Unterbaar ganz baufällig sei und versprach, eine neue zu bauen, wenn man ihm von 1722 bis 1727 die Einkünfte der Stiftung und die Einkünfte des Benefiziaten überlasse. Das Ordinariat war einverstanden, wenn sich der Schlossherr verpflichtet eine genaue Endabrechnung vorzulegen. Castell brach die alte Kirche ab und baute 1727 die neue kurzerhand in seinen Schlosspark. 1728 meldete er dem Ordinariat die Fertigstellung und legte auch die Rechnung vor. Dass er aber die Kirche an einen anderen Platz baute, davon berichtete er natürlich nichts. Einen Benefiziaten, der hätte protestieren können, gab es ja seit 1628 nicht mehr. Spätere Benefiziaten, meist ältere Herren, beklagten sich nun ihrerseits über den weiten und schmutzigen Kirchweg. Nach Fertigstellung schenkte F.M. Schenk v. Castell die Kirche der Gemeinde Unterbaar bzw. der Kirchenstiftung. Aus der alten Kirche sind noch zwei Figuren übernommen worden.

 

Unterbaar gehörte seit alters her zur Pfarrei Holzheim. Unterbaarer Kinder wurden in der Kirche von Holzheim getauft und auf dem dortigen Friedhof wurden Unterbaarer Bürger beerdigt. Erst seit 1924 gehört Unterbaar zur Pfarrei Oberbaar.

 

Bereits 1865 musste der Turm der Kirche, der sich sichtlich neigte, durch zwei Säulen hinter dem Altar abgestützt werden. Bei der Renovierung im Jahre 1954 wurden Stuck und Deckenbilder angebracht. Die letzte große Renovierung wurde in den Jahren 1988 bis 1993 durchgeführt, wobei auch eine Wand hinter dem Altar zum Abstützen des Turmes hochgezogen wurde. Restauriert wurde unter anderem auch das Altarbild und das Deckengemälde. Mit einem Festgottesdienst wurde am 18.7.1993 der Abschluss der umfangreichen Renovierung gefeiert. St. Margareta zeigte sich wieder als schmuckes Kirchlein im neuen Glanz.

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